Heute war es endlich wieder einmal soweit. Ich stieg heute Nachmittag in Luzern in den Voralpenexpress ein und fuhr nun endlich einmal in die entgegengesetzte Richtung mit diesem Zug. Besonders in meinem letzten Semester an der HSR nutzte ich die Eisenbahnlinie entlang der Voralpen oft, um mich über mein jetztiges Studium zu informieren. Ausserdem bietete mir dieser Zug jeden Tag eine optimale Verkehrsverbindung zu meinem Wochenaufenthaltsort Schmerikon.
Abgesehen von der Verspätung fühlte ich mich also schon fast wieder wie zu Hause in meinem alten Studium.
Nebst der zentralen Lage der beiden Bildungsinstitutionen - zwischen Bahnhof und See - ist auch das Verkehrschaos rund um den Bahnhof eine markante Gemeinsamkeit dieser beiden Studienorte, ganz abgesehen von der überschaubaren Grösse der beiden Universitys.
Mit einer Viertelstunde Verspätung traf ich dann nach fünf Uhr tatsächlich noch in Rapperswil ein. Beim Aussteigen bemerkte ich schon einige Studienkollegen. Normalerweise bin ich um diese Zeit auch mit ihnen in diesen Zug eingestiegen. Heute war das anders. Ich stieg also aus dem Zug aus und grüsste sie nur kurz. Schliesslich musste ich mich beeilen.
Zwar hat meine Zielveranstaltung schon begonnen, doch hatte ich, Freundschaft sei Dank, einen Reservierten Platz erhalten. Ich wusste bereits, dass der Hörsaal ziemlich voll sein würde. Beim Betreten meines Lieblingsgebäudes überkamen mich dann tatsächlich nostalgische Gefühle. Dies nicht zuletzt, beim Anblick meiner beiden Ehemaligen Studienkollegen, die wie damals immer noch bis Abends den Billardtisch besetzten. Auch sie grüsste ich kurz, bevor ich dann endgültig in den verdunkelten Physikhörsaal eintauchte und bis in zweitunterste Reihe schlich.
Ja den Anfang habe ich verpasst. Aber das spielt keine grosse Rolle. Denn diese Numb3rs Folge habe ich bereits gesehen. Es ging nicht lange, begann auch schon der nächste Theorieteil. Beim lesen der verschiedenen Stichworte erinnerte ich mich gleich wieder an das letzte Semester zurück: Statistische Datenanalyse mit dem Kolmogorov Smirnov. Da wird einem doch tatsächlich wieder warm ums Herz. Besonders wenn man bemerkt dass von damals doch noch einiges hängen geblieben ist. Wie immer wurde viel gelacht, gestaunt und gedacht in dieser populären Veranstaltung. Doch ein kleiner Wehmutstropfen blieb für mich dann doch noch übrig. Aus unserem EEU Jahrgang waren ich und mein Kollege wohl tatsächlich die einzigen. Zumindest habe ich keine anderen Kollegen entdecken können.
Wenn ich schon mal da zu Besuch war, setzten wir zwei uns also noch ins Nelson um etwas zu Trinken. Auf Grund zu vieler Zeit besuchte ich anschliessend auch noch seinen Mitbewohner, mit dem ich hier in Luzern eigentlich einmal abmachen wollte um etwas trinken zu gehen. Bis jetzt fand dieses Treffen allerdings noch nicht statt. Aber das Semester ist ja noch jung. Beim Betreten des Schlossplatzes in Rapperswil erinnerte ich mich an meinen letzten Schultag an der HSR zurück, nach dem ich noch kurz an der Frackbar vorbei schaute.
Nach dem Besuch bei meinen Kollegen heute begab ich mich also wieder auf den Bahnhof um mir ein Sandwich für das Abendessen zu kaufen, setzte mich am Perron auf eine Bank und wartete essend auf den Zug. Während dieser Zeit blickte ich nochmals auf die andere Bahnhofsseite zur Hochschule rüber und liess diesen Abend nochmals révue passieren. Die Hochschule war beinahe leer. Die Bibliothek noch beleuchtet und das Gebäude der Raumplaner und Landschaftarchitekten noch bewohnt und belebt. Ich war zufrieden mit dem Besuch heute. Denn ich konnte für immerhin drei Stunden wieder alte HSR Zeiten aufleben lassen.
Obwohl ich "nur" zu Besuch war in der Rosenstadt, fühlte es sich an wie eine Heimkehr nach längerem Urlaub. Somit konnte ich wenigstens für diese drei Stunden mein undefinierbares Heimwehgefühl stillen. Auf jeden Fall war dies nicht meine letzte Heimkehr an die HSR und nach Rapperswil. Auch wenn ich die HSR freiwillig verlassen habe werde ich die Hochschule, die Atmosphäre, meine Kollegen und meine Zeit dort immer etwas vermissen. Deshalb trage ich auch mein VSHSR immer mit Stolz. Ich hoffe das wird sich niemals ändern.
Doch nun sitzte ich wieder in Horw in meinem Zimmer und beschäftige mich mit meinem neuen Studium. Deshalb höre ich hier auch auf mit schreiben - für heute.
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